International College for Research on Equine Osteopathy

 


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Katja Lange :

Der Einfluss des M. iliopsoas auf das thorakolumbale Syndrom bei Hunden

 

Aufgrund der vielfältigen muskulären, faszialen, segmentalen und viszeralen Verbindungen sollte dem M. iliopsoas in der Behandlung von thorakolumbalen Syndromen bei Hunden ein hoher Stellenwert eingeräumt werden.

Aufgrund seiner Ursprünge im thorakalen als auch im lumbalen Bereich bewirkt ein hypertoner M. iliopsoas zusammen mit den synergistisch arbeitenden Bauchmuskeln eine Flexion der Wirbelsäule und übt so ständigen Druck auf die Bandscheiben in diesem Bereich aus, die sich nach dorsal gegen das Rückenmark wölben.

Durch die veränderte Biomechanik, die durch einen Hypertonus der Psoasmuskeln entsteht, kommt es zu einer Hypomobilität in den entsprechenden Segmenten der Wirbelsäule. Dies kann zu Entzündungen in den umgebenden Geweben, Adhäsionen der Kapsel oder ligamentären Strukturen, Fibrosen und somit zu Blockaden führen. Die daraus entstehende verminderte Blutversorgung und der veränderte Liquorfluß, als auch die segmentale Dysfunktion führen zu Veränderungen der Bandscheiben selbst (Haussler K.K; Taylor L.L.und Romano L.). Durch die reduzierte Beweglichkeit in den einzelnen Segmenten, wird der Fluss der Nährstoffe über die Endplatten in die Bandscheibe reduziert und die Laktatkonzentration steigt an. Dies führt ebenfalls zu degenerativen Veränderungen in der Bandscheibe.

Viele Organe, insbesondere die Ausscheidungsorgane üben einen Einfluss auf den Spannungszustand des M. iliopsoas aus. Über verminderte Mobilität und daraus resultierende verminderte Motilität kann ein Hypertonus dieses Muskels entstehen. Aufgrund der osmotischen Vorgänge zwischen der Membranen der Faszien, kann es zu einer Ansammlung von toxischen Stoffen im Muskelgewebe kommen, was ebenfalls zu einer erhöhten Spannungslage dieses Muskels führen kann.

Die Foramina intervertebrale, die Durchlassöffnungen für die Spinalnerven, haben wichtige Beziehungen zu diesem Muskel. Sie liegen dorsal zu den Anheftungen dieses Muskels. Daher müssen alle Nervenwurzeln aus diesem Gebiet in diesen Muskel eintreten und durch ihn hindurch laufen. Die Äste gehen von seinen Grenzen bzw. aus seiner Oberfläche hervor. So bewirkt eine hohe Spannung dieses Muskels eine Kompression auf die nervalen Strukturen und hat ebenfalls Auswirkungen auf die zu versorgenden Gebiete.

Durch die Querverbindungen aus den Kombinationen von Viszeralorgan, Muskel, Faszie, Knochen und Nerven können Läsionsketten entstehen. Dadurch ist die Hömoöstase gestört und der Körper befindet sich nicht mehr in seinem Gleichgewicht.

Bei all den erwähnten Zusammenhängen des M. iliopsoas, darf die Mitbehandlung des Atlanto-occipital- Gelenkes nicht vergessen werden. Das Ganglion cervicale craniale, welches unter dem Atlas sitzt, hat Verbindung mit dem Hypothalamus und der Hypophyse über den Ramus hypophysialis, mit dem Plexus choroideus, und dem Ramus jugularis, welcher die Verbindung zwischen Sympathikus und Parasympathikus herstellt. Hypothalamus und Hypophyse spielen eine große Rolle in Bezug auf die Niere, die Pancreas und die weiblichen Genitalorgane. Zudem hat die Dura mater eine knöcherne Anheftung im Atlas/Axisbereich.

Auf die Leber wurde in dieser Arbeit nicht eingegangen, sie sollte aber bei der Behandlung nicht vergessen werden. In ihr werden Giftstoffe und Hormone abgebaut und sie hat über den Plexus coeliacus eine Verbindung mit der Anheftung des M. iliopsoas.

 

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