Der Versuch fand auf einem Laufband statt. Dieses Laufband befand sich in der Tierklinik der Universität Gent (Merelbeke), und es waren einige Ställe damit verbunden.
Die Versuchstiere hatten nie zuvor auf einem Laufband gestanden. Deshalb erschien es besser, die Versuchstiere zuvor eine Viertelstunde auf dem Laufband im Schritt gehen zu lassen, damit sie sich daran gewöhnen konnten. So konnten die Pferde auch ihr normales Schrittmuster annehmen.
Nachdem man die Versuchstiere mit dem Laufband vertraut gemacht hatte, wurden Markierungen an den Versuchstieren angebracht. Dazu diente ein orange Farbstoff am Tuber coxae und am Tuber sacrale.
2.3 Aufnahmen
Das Verfahren umfasste zwei Versuchstage und drei Versuchssitzungen.
Zwischen beiden Versuchstagen lag eine Zeitspanne von 5 Wochen.
Am Versuchstag 1 wurden die Versuchstiere zweimal im Schritt auf dem Laufband analysiert. Es fand eine erste Bildanalyse im Schritt statt (Versuchssitzung 1). Anschließend wurden die Pferde behandelt. Dann wurde eine halbe Stunde gewartet, wonach die Versuchstiere im Schritt auf dem Laufband erneut einer Bildanalyse unterzogen wurden (Versuchssitzung 2).
Zwischen Versuchstag 1 und Versuchstag 2 lagen 5 Wochen. Am Versuchstag 2 wurde eine weitere Bildanalyse der Versuchstiere im Schritt vorgenommen (Versuchssitzung 3).
Es wurden möglichst viel identische Bedingungen für den ersten und den zweiten Versuchstag angestrebt, so dass die Pferde möglichst wenig Stress hatten.
2.4 Aufstellung
Es wurden ‘Fixed Points’ auf den Seiten des Laufbands angebracht. Das sind Markierungen, die während der Kalibrierung und der Aufnahmen immer im Bild sein müssen. Diese Markierungen können für jede Kamera unterschiedliche Marker sein. Die Marker dienen als Referenz, falls sich die Kamera doch bewegen sollte. Als Markierung wurde ein schwarzes Klebeband verwendet mit weißem Klebeband, das sich darüber befand.
Um ein optimales Bild zu bekommen, wurden auf beiden Seiten des Laufbands zusätzliche Leuchten aufgestellt.
Die Kamera für die Hintenansicht wurde in der Achse des Laufbands aufgestellt. Diese Kamera wurde über ein Koaxialkabel mit dem Videorecorder verbunden, der die Bilder verzeichnete.
Die Kamera für die Obenansicht wurde über dem Laufband aufgestellt. Diese wurde auf einer vertikalen Konstruktion in der Luft befestigt, so dass die Kamera senkrecht auf das Laufband und auf die Lendensäule stand. Auch diese Kamera wurde über ein Koaxialkabel an einen zweiten Videorecorder angeschlossen, um die Bilder zu registrieren.
Beide Recorder waren an einen Bildschirm angeschlossen. So konnten die Bilder während der Aufnahmen kontrolliert werden.
2.5 Verarbeitung der Ergebnisse und statistische Analyse
Mit Hilfe des Programms Dartfish und SIMI Motion wurden die Videobilder analysiert, zuerst qualitativ und danach quantitativ. Anschließend wurde für jedes einzelne Versuchstier geprüft, ob es einen signifikanten Unterschied vor und nach der Behandlung gab. Jede von den Versuchssitzungen wurde betrachtet und verarbeitet. Schließlich wurden die Versuchstiere subjektiv beurteilt.
2.5.1 Qualitative Analyse
Die qualitative Analyse wurde mit Hilfe des Programms Dartfish vorgenommen. Damit können Bilder verarbeitet, gemessen und in 2D verglichen werden.
Die Bilder auf den Videobändern wurden zuerst digitalisiert. Anschließend wurden die Bilder über das Programm Dartfish geladen, so dass sie weiter analysiert werden konnten.
2.5.2 Quantitative Analyse
Die quantitative Analyse wurde mit Hilfe des Programms SIMI Motion vorgenommen. Damit können Bilder verarbeitet und Bewegungen eingehend in 3D analysiert werden.
Die Bilder auf den Videobändern wurden zuerst digitalisiert. Anschließend wurden die Bilder über das Programm Dartfish geladen, so dass sie weiter analysiert werden konnten. Von Dartfish aus wurden die Bilder gekürzt, so dass sie in das Programm SIMI Motion geladen werden konnten.
Mit Hilfe des Programms SIMI Motion können 3D-Bilder verarbeitet werden. Zuerst ist eine Spezifikation festzulegen. Anschließend werden die Kameras aufgestellt und werden die Kameras kalibriert. Der Kalibrierungswürfel wird in SIMI Motion analysiert. Danach werden die Koordinaten der Bilder, die über die Kameras (Hintenansicht und Obenansicht) aufgezeichnet wurden, in 3D umgesetzt.
Die Koordinaten werden schließlich über das Programm SIMI Motion in 3D berechnet, indem auf jedem Rahmen der Bilder manuell Punkte auf den beiden Tuber coxae sowie auf der Mitte der Wirbelsäule in Höhe des Tuber sacrale angebracht werden. Sobald dies erfolgt ist, können Zusammenhänge hergestellt werden, um die Daten auszuwerten.
Über die mit Hilfe des Programms SIMI Motion hergestellten Zusammenhänge werden durch Trigonometrie die Winkel in Excel berechnet. Das geschieht sowohl für die Winkel (α) in der XY-Ebene (Hintenansicht Kamera) als auch für die Winkel (β) in der YZ-Ebene (Obenansicht Kamera).
2.5.3 Subjektive Analyse
Die subjektive Analyse erfolgte über eine Befragung der Eigentümer / Reiter des Versuchstiers. Es wurde nach der allgemeinen Entwicklung des Pferdes gefragt: Wohlbefinden, Umgang, Disziplinorientiertheit, reittechnische Schwierigkeiten … Anschließend wurde auch um eine allgemeine Beurteilung vor und nach der Behandlung gebeten. Die Eigentümer / Reiter mussten eine Note von 1 bis 10 vergeben, vor und nach der Behandlung.
3. Ergebnisse
3.1 Quantitative Analyse
Für die quantitative Analyse wurden die Koordinaten der beiden Tuber coxae der Versuchstiere verwendet. An Hand dieser Koordinaten und auf Grund der Trigonometrie wurde der Winkel Alpha in der XY-Ebene und der Winkel Beta in der YZ-Ebene zwischen beiden Tuber coxae berechnet im Vergleich zu der Zeit.
Danach wurden die Winkel jeweils ‚vor der Behandlung’ (VB), ‘30’ nach der Behandlung’ (NB) und ‘5 Wochen nach der Behandlung’ (NB2) in einer Grafik verglichen. In den Grafiken wurde der Verlauf der Winkel in Grad (°) gegenüber der Zeit dargestellt. Daraus lässt sich ableiten, ob sich ein regelmäßigeres Muster für die Tuber coxae feststellen lässt, was in einem symmetrischeren und regelmäßigeren Schrittmuster zum Ausdruck kommt, bzw. ob es eine größere Amplitude gibt, was in einer weiteren Bewegung des Beckens und der thorako-lumbalen Wirbelsäule zum Ausdruck kommt.
Auch wurde in einer Tabelle die Differenz zwischen dem kleinsten und dem größten Winkel dargestellt. Diese Differenzen wurden immer vor der Behandlung (VB), nach der Behandlung (NB) und fünf Wochen nach der Behandlung (NB2) miteinander verglichen. Je größer die Differenz zwischen dem minimalen und dem maximalen Winkel ist, um so weiter ist die Bewegung in der thorako-lumbalen Wirbelsäule und im Becken.
Sowohl aus der Grafik als auch aus der Tabelle können bestimmte Schlussfolgerungen hinsichtlich des Bewegungsausschlags der thorako-lumbalen Wirbelsäule und des Beckens gezogen werden.
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